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19

Mai

2013

Adonit Jot Touch 4.0 drucksensitiver Stift für iPad

Adonit JotTouch

Nachdem vor einiger Zeit nun doch ein Apple Gerät in Form eines iPads Einzug ins Haus gehalten hat, kam ich nicht herum mich auf die Suche nach einem drucksensitiven Stift für das Ipad zu begeben.

Bisher nutze ich für das Zeichnen unterwegs einen Axiotron Pen zusammen mit meinem alten Fujitsu Stylistic ST5112 Tablet PC, welches zwar eine wirklich tolle Sache und durchaus eine günstige  Alternative zum Cintiq darstellt.. allerdings, bedingt durch das Alter des Stylistic (die gibt es nur noch gebraucht und/oder refurbished) dem Gewicht, sowie auch der kurzen Akkulaufzeit für unterwegs nicht optimal ist. Der Axiotron Pen funktioniert übrigens mit allen “Penabled” TabletPcs und kommt mit rund 512 Druckstufen garnicht mal so schlecht daher. Dieser ist -nur am Rande erwähnt- eine echte Empfehlung.

Aber wieder zurück zum eigentlichen Thema.. Die Entscheidung fiel zunächst zwischen dem Ten1Design Pogo Connect oder dem Adonit Jot Touch 4.0

pogojot

Ein paar kurze Worte zum “Verlierer” Pogo Connect
Ein grundlegender Unterschied zwischen den beiden Stiften fällt direkt ins Auge.
Während der Jot Touch eine Kugelschreiberähnliche Spitze mit einem Glasplättchen besitzt, kommt der Pogo Connect mit der typischen”dicken Knubbelspitze” daher. Er ist ausserdem durch die Plastikverarbeitung ein gutes Stück leichter und wirkte daher für mich persönlich etwas weniger wertig und robust. Das spiegelt sich aber auch im Preis wieder, der Stift ist mit um die 65 Euro um 25 Euro günstiger als der Adonit.
Das Malen und Zeichnen mit dem Pogo empfand ich aufgrund der dicken Spitze und dem etwas schwierigen Gleiten über die Oberfläche als nicht so angenehm.
Positiv ist allerdings, daß er in jedem Winkel benutzbar ist außerdem verbindet er sich ohne Ausfälle problemlos mit Procreate und Sketchbook Pro.
Die Drucksensitivität des Pogo Connect war allerdings durch das Gefühl sehr fest aufdrücken zu müssen, maximal als “Ok” zu bezeichnen und daher für mich nicht wirklich brauchbar. So richtig einen akzeptable Übergang zwischen den einzelnen Stärken konnte ich auch nicht erreichen, ergo ging das gute Stück wieder zurück.

Der Jot Touch 4.0 kommt in einer recht ansehnlichen und leicht zu öffnenden Verpackung aus Hartplastik (tendenziell könnte man den Stift darin auch mal transportieren) daher.
Das “Gimmick” mit den hinten rauszuschiebenden Kartons finde ich etwas verunglückt.. erst nach dem Rausziepeln des letztens Blattes kommt man an die weiteren Elemente ran.
Adonit packt eine 2te Ersatzspitze dazu, ausserdem einen aufschraubbaren Deckel zum Schutz des Plastikscheibchens und einem, wie ich finde ziemlich stylischen USB Aufladegerät. Ersatzplastikscheibchen liegen leider nicht dabei und sind mit rund 8 Euro pro 2 Stück auch fies teuer.

Jot Touch 4.0

Der Stift wirkt durch seine Metalloberfläche sehr schick und durch sein Gewicht sehr wertig. Er ist gefühlt etwa doppelt so schwer und ein Stückerl kleiner als der alte Standart Wacom Intuos 2 Stift.Ich persönlich mag das etwas höhere Gewicht und finde er liegt daher ziemlich gut in der Hand.

ado_wacom

Vielleicht für den Einen oder Anderen interessant.. Adonit hat bereits vorher einen Drucksensitiven Stift herausgebracht, der allerdings unter einigen Kinderkrankheiten gelitten hatte. Die 4.0 Version erkennt man an dem kleinen Dreieck neben dem Adonit Schriftzug. Das alte Modell hat an dieser Stelle einen Kreis.
Ebenfalls funktioniert der neue Jot Touch nur mit Ipads der neuen Generation mit Bluetooth 4.0

Ein, meines Erachtens großer Vorteil der Stifte von Adonit ist die dünne Spitze mit dem durchsichtigen Plastikscheibchen. Man kann damit tatsächlich relativ präzise und ohne vorherige Kalibrierung arbeiten.

spitze
Einzig irritierend ist, daß bei schnelleren Bewegungen an einer Stelle das Bild sozusagen “verschwimmt” bzw. “wackelt”
Ist etwas schwierig zu beschreiben, allerdings gewöhnt man sich nach kurzer Zeitganz gut daran. Auch das Geräusch, welches der Stift zwangsläufig beim Aufsetzen macht, stört mich persönlich nicht bzw. ist so leise daß es nicht wirklich ins Gewicht fällt.
Sensible Gemüter die ggfls. ohne Musik oder ähnliches in einem ruhigen Raum damit arbeiten könnte es aber salopp gesagt “auf den Sack” gehen ;)

Ich hatte im Vorfeld einige Berichte über die älteren Modelle gelesen, inbesondere über die Problematik dass die kleine Scheibe das Display zerkratzen würde. Leider muss ich sagen, ja das stimmt! Zum Glück hatte ich in weiser Voraussicht bereits eine Schutzfolie über das Display geklebt, so daß mir die Kratzer relativ egal sind.
Allerdings würde ich absolut davon abraten den Adonit ohne Folie zu verwenden!

Beispiel gefällig?  –>

kratzer

Den Jot Touch “zum Laufen bringen” Ein Drama in kleinen Akten ;)

Meine anfängliche Freude wurde leider etwas gedämpft, nachdem ich feststellen mußte, das die wohl beste Zeichenapp (meiner Meinung nach) “Procreate” den neuen Jot Touch noch nicht unterstützt. Dies ist momentan ein echter Nachteil, denn ausser Sketchbook Pro, Zenbrush und noch 2 anderen Apps wird der Stift noch von keiner anderen App unterstützt.

Da ich tendenziell aber sowieso Interesse an Sketchbook Pro hatte, wurde diese dann doch mal schnell im Apple Store gekauft und freudig angeschmissen um nun doch endlich in den Genuß der angepriesenen 2048 Druckstufen (nicht dass ich das vorher geglaubt hätte..) und der “Palm Rejection” zu kommen..

Die nächste Flappe erlitt ich dann direkt mit der Tatsache, daß der Stift von Sketchbook nicht erkannt wurde..
Also direkt mal nachgesehen ob Bluetooth aktiviert ist. Dieses war zwar an, aber der Jot Touch nicht in der Geräteliste..Also erneut im Troubleshooting der Herstellerseite nachgesehen und gesehen, die neue Generation dieses Stiftes wird nicht mehr in der Geräteliste sondern nur noch in der Auswahl der jeweiligen App angezeigt..

Jetzt war ich zwar ein bisschen schlauer als vorher.. allerdings war das Problem immernoch das Gleiche.
Mittlerweile war ich kurz davor das Ding in die Ecke respektive in die Verpackung zu pfeffern, habe mich dann aber doch nochmal entschieden den Support zu kontaktieren. An dieser Stelle ein dickes Lob, so schnell hat mir noch kein Support geantwortet!

Folgender Lösungsvorschlag wurde gemacht. Ipad komplett ausschalten, App de- und reinstallieren, App zuerst öffnen und dann den Stift aktivieren. Nachdem ich dies dann gefühlte 100mal gemacht hatte gings auf einmal und Sketchbook erkannte den Stift.
Ein schaler Beigeschmack blieb dennoch, auch wenn man hier sagen muss, dass es sich um ein Software Problem zu handeln scheint. Ein weiterer ärgerlicher Nachteil der App ist außerdem, das die Entwickler von Autodesk darauf verzichtet haben, die “Palm Rejection” des Jot Touch zugunsten ihrer eigenen Gestensteuerung einzubauen..
Ärgerlich, denn genau auf dieses Feature hat man es als Zeichner eigentlich abgesehen. Bleibt zu hoffen, daß Procreate dieses Problem besser löst.

Aber jetzt zur Drucksensitivität.. das wird dann doch wohl das Interessanteste an dem ganzen Thema sein.. Wie ich es schon erwartet hatte, Papier ist ja immer geduldig, da mag Adonit noch so schön die 2048 Druckstufen auf die Packung schreiben..

Salopp gesagt: Vergesst es!
Ja, er ist drucksensitiv und ja, man merkt den Unterschied auch sehr deutlich und es macht Spass damit zu malen. Aber, ich besitze ja wie Eingangs schon gesagt den Axiotron Pen der mit 512 Druckstufen ausgewiesen ist und der Jot Touch schneidet dagegen nicht allzugut ab. Zwischen leichtem und hartem Druck liegt nicht die Geschmeidigkeit von 2048 sondern meiner Meinung nach noch unter 512 Druckstufen.

Tendenziell habe ich aber das Gefühl, das Zeichnen sehr viel besser drucksensitiv klappt als Malen. Insofern bleibt für mich die Frage ob dies nun ein Softwareseitiges Problem ist oder tatsächlich nur ein leeres Werbeversprechen von Adonit. Eventuell ist der Jot Touch auch nur ähnlihch dem “Hd ready” darauf vorbereitet, so denn es vielleicht mal eine App schafft.. momentan aber merke ich nichts davon.

Eine weitere Sache die bedingt durch die Bauart ein Problem sein kann, der Jot Touch schafft keine wirklich flachen Winkel. Das Plättchen muss immer komplett auf der Fläche aufliegen ansonsten verliert er die Verbindung. Es gibt dazu einen Workaround in dem man die 2te Ersatzspitze etwas “umhämmern” muß, dazu kann ich aber erst was sagen, wenn ich es denn getestet habe ;) Zum Glück halte ich meinen Stift selten schräg, so das dies zumindest für mich kein Problem darstellt.

malen1zeichnen1

Trotzdem! Auch wenn mein Review bisher eher kritisch war. Das Malen und Zeichnen mit dem Jot Touch macht dennoch Spass!
Es kommt natürlich nicht an ein Cintiq ran, auch nicht wirklich an die Eingangs beschriebene Kombination aber für Skizzen, Doodles oder auch Studien unterwegs oder irgendwo gemütlich auf der Couch, ohne großartig auf die nächste Steckdose achten zu müssen – super!
Ob sich allerdings die fast 90 Euro für die Anschaffung lohnen muß jeder für sich selbst entscheiden.
Der Nachteil, daß der Stift momentan nicht voll ausgenutzt werden kann und gerade mal 4 oder 5 Apps mit ihm kompatibel sind ist nicht von der Hand zu weisen.
Wer aber zumindest grundlegend drucksensitiv arbeiten möchte und mit den dicken Spitzen nicht klarkommt, für den lohnt sich der Jot Touch auf jeden Fall. Alleine von der Wertigkeit und der Gewichtung her macht es Spass mit ihm zu arbeiten.

Wem der “dicke Knubbel” nichts ausmacht, kann aber durchaus auch auf den günstigeren Ten1Design Pogo Connect zurückgreifen, dieser funktioniert zumindest mit allen einschlägigen Apps und ist gut 25 Euro günstiger.

Ein Video in dem der Adonit Jot Touch “live” genutzt wird, füge ich die nächsten Tage noch bei, dann kann man sich vielleicht ein bessers Bild machen =)

Ich hoffe das kleine Review war zumindest ein bisschen interessant.. falls Fragen bestehen einfach raus damit =)

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Kommentare

Frank

14.06.2013 - 19:56:30

Lustig und informativ, Danke! :-)

Dave Wolland

10.09.2013 - 02:29:14

Hi Alexandra, That was a good honest review. Now that there are more compatible apps available, how has the pen been working? Also, what was the brand of protective film that you used? Cheers Dave Wolland NZ

    admin

    11.09.2013 - 20:41:27

    Hello Dave, thanks Im glad if it was of any use =) Indeed Procreate made their app compatible around 1 month ago I think. Sadly I had such a high workload I wasnt able to really dab into it and update my review but this is planned for the next week or so. You are welcome to check back then if you like =) I bought it there: http://www.protectionfilms24.com/home.html?langId=en&sf24=16e343e2d815dfed21917798c1ad6e63

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